Schwerpunkte unserer HNO-Praxis

Im folgenden werden einige Punkte aus dem klassischen Spektrum der Kinder- und Erwachsenen-HNO beleuchtet und besondere Untersuchungs- und Behandlungsmethoden der Praxis hervorgehoben.

Ohrenschmalzentfernung

Es klingt merkwürdig, aber tatsächlich ist die Ohrenschmalzentfernung einer der häufigsten Gründe, warum Patienten den Hals-Nasen-Ohrenarzt aufsuchen. Wenn nach dem Duschen oder Schwimmen das Ohr verstopft ist, ist daran meist ein Propf aus Ohrenschmalz (Cerumen obturans) schuld, der den Gehörgang verstopft. Das Ohrenschmalz wird unter Sicht durch das Ohrmikroskop mit einem speziellen Ohrsauger oder einer kleinen Kürette entfernt. Patienten, die zu einer starken Ohrenschmalzbildung neigen oder sehr enge Gehörgänge haben, wird geraten, regelmäßig zur Kontrolle zu kommen. Eine selbständige Entfernung mit Wattestäbchen sollte nicht erfolgen, da dadurch das Ohrenschmalz meist noch tiefer hineingedrückt wird. Im schlimmsten Fall kann es durch die Wattestäbchen auch zu Verletzungen des Gehörganges oder des Trommelfelles kommen.

Neurootologische Innenohrdiagnostik

Diese Abklärung besteht aus mehreren Verfahren, die individuell z.B. zur Abklärung bei Schwindel, Hörsturz oder Tinnitus eingesetzt werden. Selbstverständlich bieten wir Ihnen auch die entsprechenden Therapieformen (z.B. Infusionstherapie oder das sogenannte Befreiungsmanöver bei Lagerungsschwindel) an.

Hörgeräteversorgung

Neben der klassischen Indikationsstellung für Hörgeräte bieten wir auch Beratung hinsichtlich eines individuellen Gehörschutzes oder massgefertigte Ohrhörer.

Ambulante Operationen

Im Vorschulalter haben nahezu alle Kinder eine vergrößerte Rachenmandel (Adenoide, „Polypen“). Aber zum Glück haben längst nicht alle Kinder auch entsprechende Probleme damit. Kindern, die dagegen unter wiederkehrenden Paukenergüssen (Seromukotympanon) oder Nasenatmungsbehinderung und Schlafstörungen leiden, versucht man zunächst ohne Operation zu helfen. Falls dies nicht gelingt, kann im Rahmen einer ambulanten Operation in Vollnarkose die Entfernung der Rachenmandel (Adenotomie) sowie die Einlage von Paukenröhrchen (Parazentese mit Paukendrainage) erfolgen.

Bei Erwachsenen zählt zu den häufigsten ambulanten Operationen die Trommelfellschienung (Myringoplastik, Tympanoplastik Typ I). Diese kann notwendig sein, wenn es zu einer Verletzung des Trommelfells z.B. durch Wattestäbchen oder einen Schlag auf das Ohr gekommen ist.

Stationäre Operationen

Falls es nach medikamentöser Therapie nicht zu einer deutlichen Beschwerdebesserung kommt, kann zur Behandlung von Nasenatmungsbehinderung, chronischer Nasennebenhöhlenentzündungen oder Polypenbildung eine Nasenscheidewandkorrektur und/oder eine minimal-invasive endoskopische Nasennebenhöhlenoperation (FESS) erwogen werden. Diese Operationen werden meist unter stationären Bedingungen durchgeführt. Je nach Ausmaß der Operation ist aber ggf. auch eine ambulante Operation möglich. Diese endoskopische minimal-invasive Operationstechnik können wir Ihnen auch im Klinikum Weilheim anbieten. Zur Verkleinerung der Nasenmuscheln (Conchotomie) kann die Radiofrequenz- bzw. Coblation-Technik verwendet werden. Die Länge eines stationären Aufenthaltes wird durch den Befund und den individuellen Verlauf bestimmt.

Untersuchung auf Tauchtauglichkeit und Flugtauglichkeit

Der HNO-ärztliche Teil der Tauchtauglichkeitsuntersuchung wird in unserer Praxis nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM) durchgeführt. Hierzu zählt insbesondere die ohrmikroskopische Untersuchung der Trommelfelle, die endoskopische Untersuchung der Nase und des Nasenrachens, die Impedanzmessung der Trommelfelle und die Prüfung der Funktion der Ohrtrompete. Der internistische oder allgemeinärztliche Teil der Tauchtauglichkeitsuntersuchung wird in Kooperation mit weiteren Arztpraxen in Weilheim durchgeführt.

Mit der Teilnahme am Arzt-Programm „Doctor on Board“ der Lufthansa AG bietet Dr. Lübbers seine HNO-ärztliche Hilfe auch im Flugzeug an. Damit es jedoch im Flugzeug gar nicht erst z.B. zu einem schmerzhaften Ohrdruck beim Landeanflug kommt, führen wir in unserer Praxis die entsprechenden Untersuchungen  – ähnlich wie bei der Tauchtaublichkeitsuntersuchung – natürlich schon vor Antritt der Flugreise durch.

Besondere Untersuchungs- und Behandlungsmethoden

Ultraschalldiagnostik Kopf-Hals

Mit dem B-Scan und der Doppler-Sonographie kann eine vollständige Ultraschalldiagnostik im HNO-Bereich durchgeführt werden. Für die Nasennebenhöhlensonographie (B-Scan) erfolgte im Jahr 2011 die Vergabe des Zertifikates „Ausgezeichnete Patientenversorgung“ durch die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB). Für die Hals- und Speicheldrüsen-Sonographie (B-Scan) erfolgte eine Zertifizierung von der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM Stufe II, Sektion Kopf-Hals).

Die diesen Zertifizierungen zugrundeliegenen fachlichen und apparativen Vorraussetzungen sichern eine Ultraschalldiagostik im HNO-Bereich auf höchstem Niveau. Diese wird in unserer Praxis unter anderem im Rahmen der „Kehlkopfkrebsvorsorge“ eingesetzt.

Diagnostik von schlafbezogenen Atmungsstörungen, Schnarchen und obstruktiver Schlafapnoe (OSAS)

Beim ambulanten Schlafapnoescreening (kardiorespiratorische Polygraphie) nach den BUB-Richtlinien ist es möglich, mit einem Gerät (welches Ihnen für eine Nacht mit nach Hause gegeben wird) eventuelle Schlafstörungen mit Schnarchen oder sogenannte Atemaussetzer zu erkennen. Dann kann entschieden werden, ob eine weitere Therapie oder Abklärung in einem Schlaflabor (Polysomnographie) oder eine zusätzliche Bestimmung der Schnarchursache in Narkose (Schlafvideoendoskopie) notwendig ist.

Diagnostik und Therapie von refluxbedingten Beschwerden im HNO-Bereich

Räusperzwang, Verschleimung im Rachen, unerklärter Hustenreiz, wiederkehrende Heiserkeit sowie ein störendes Kloßgefühl können Symptome eines sogenannten „Laryngopharyngealen Refluxes (LPR)“ sein. Dieses Krankheitsbild wird auch „Extraösophageale Refluxerkrankung“ oder „Stiller Reflux“ genannt, da bei den betroffenen Patienten meist eine Beteiligung der Speiseröhre mit Sodbrennen fehlt.

In unserer Praxis bieten wir Ihnen neben der endoskopischen Kehlkopfspiegelung (Lupenlaryngoskopie, flexible Videoendoskopie) und der Fragebogenevaluation (Reflux-Finding-Score) auch ein Messverfahren zur Säuremessung im Rachenbereich an. Mit der oropharyngealen 24h-pH-Metrie kann ein (unbemerkter) Säurereiz von Rachen und Kehlkopf als Ursache für die o.g. Symptome ausgeschlossen oder gesichert werden.

Allergiediagnostik und Behandlung (Prick-Test, spezifische IgE, Hyposensibilisierung)

Als HNO-Praxis sind wir vor allem für die Diagnostik und Behandlung von Sensibilisierungen und Allergien durch Inhalationsallergene zuständig. Hierzu zählen vor allem die Frühblüher-Baumpollen-Allergie, die Gräserpollenallergie und die Hausstaubmilbenallergie. Neben dem klassischen Allergietest am Unterarm (Prick-Test), nehmen wir Ihnen auch Blut ab, um dieses auf Allergen-spezifische Antikörper im Blut (spezifische IgE) in einem Speziallabor untersuchen zu lassen. Für verschiedene Inhaltationsallergien bieten wir Ihnen als Therapie auch eine sogenannte Hyposensibilisierung an. Diese erfolgt z.B. durch eine regelmäßige Gabe von niedrigen Dosen eines abgeschwächten Allergens in die Unterhaut (SCIT) oder unter die Zunge (SLIT). Eine vollständig durchgeführte Hyposensibilisierung dauert in der Regel 3 Jahre und sollte bei einem  Nachlassen der Wirkung nach ca. 10 Jahren ggf. wieder aufgefrischt werden.

Ihr  HNO-Ärzte Team ist für Sie da.

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